PropTech ist nicht gleich PropTech

PropTechs – die Startups der Immobilienbranche. Mir kommt es so vor, als gäbe es kaum mehr ein anderes Thema. Bei jedem größeren Branchentreffen finden PropTechs Berücksichtigung, der Deutsche-Start-up-Verband hat gerade eine eigene PropTech-Gruppe gegründet, JLL setzt auf eine eigene PropTech-Abteilung, degewo sucht das Super-PropTech der Wohnungswirtschaft – und so weiter und so fort. Auch die Medien springen auf das Thema auf: So kürt die Immobilienzeitung seit ein paar Wochen die 25 besten PropTech-Ideen. Im September findet in Berlin die erste länderübergreifende PropTech-Konferenz statt.

Die „German Prop Tech Initiative“ kommt auf etwa 350 PropTech-Gründungen im deutschsprachigen Raum, rund 200 davon in Deutschland. Nur etwa zehn Prozent aller Start-up-Unternehmen schaffen den Sprung in die schwarzen Zahlen. Alle anderen verbrennen erst einmal nur Geld. 

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde es klasse, wenn junge Leute es wagen, sich mit ihren Ideen selbständig zu machen, den Mut haben, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und uns einen Mehrwert liefern. Aber: Was ist von all den Ideen, die sich unter dem Schlagwort „PropTech“ tummeln, wirklich innovativ und neu? Welche Lösungen gab es nicht schon in anderen Branchen, haben sich dort bewährt und werden jetzt auf unsere Branche übertragen? Das ist ja nicht verkehrt – aber ist das wirklich innovativ und ein PropTech? Ich bin mir da manchmal unsicher. 

Green City Solutions wurde vor einiger Zeit von Union Investment und dem German Tech Entrepreneurship Center als innovativstes PropTech-Startup der Welt gekürt. Das Unternehmen entwickelt Lösungen im Bereich von Umweltservices, Clean Tech und nachhaltiger Stadtplanung für grünere und lebenswerte Städte. Ok, verstanden, neu und innovativ – eindeutig PropTech. 

Dass eine innovative Idee gleich an zwei unterschiedlichen Orten reifen kann, sieht man an Allthings und Animus. Allthings, ein Schweizer PropTech, bietet eine Plattform für die Vernetzung von Mietern, Immobilienverwaltern und Eigentümern, um Prozesse effizienter zu gestalten. Schadensmeldungen werden so schneller bearbeitet, Mieter können zusätzliche Services buchen, Eigentümer wissen genau, was in ihren Gebäuden passiert. Animus – ein Spin-off des deutschen Projektentwicklers Interboden – bietet ähnliches und bündelt mit Hilfe eines Softwarepakets alle Dienstleistungen eines Quartiers, vernetzt so Anwohner und die örtlichen Dienstleister miteinander. Schöne Idee – auch wenn sich das „untereinander Vernetzen“ im digitalen Zeitalter nicht neu ist.  

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass nicht überall PropTech drin ist, wo PropTech draufsteht. Aber solange die Lösungen funktionieren und unserer Branche einen Mehrwert liefern, solange ist mir das auch egal. 
  
Auch unsere Lösungen sind nicht wirklich neu – bieten aber eindeutig einen Mehrwert. In den vergangenen 15 Jahren konnten wir unter Beweis stellen, dass unsere Lösungen funktionieren und wofür Reasult steht. Das müssen viele PropTechs erst einmal schaffen. Nein – wir sind kein PropTech-Unternehmen. Schade eigentlich, bei dem ganzen Rummel in der Branche…😉



Ihr Dirk Schumacher